Wissenswertes

Wie lange dauert die Schutzdienstpflicht und weshalb bin ich schutzdienstpflichtig?

Für den Zivilschutz besteht eine nationale Dienstpflicht; gestützt auf die Bundesverfassung. Männer mit Schweizer Bürgerrecht sind schutzdienstpflichtig, sofern sie für den Schutzdienst tauglich sind und nicht Militär- oder Zivildienst leisten. Die Schutzdienstpflicht beginnt mit dem Jahr, in dem Sie 20 Jahre alt werden und dauert bis zum Ende des Jahres, in dem Sie 40 Jahre alt werden. Sie werden erst nach Abschluss der Grundausbildung für Einsätze in der ZSO Jungfrau aufgeboten.

Welche Rechte haben Schutzdienstpflichtige?

Sie haben Anspruch auf Sold, Erwerbsausfallentschädigung und Verpflegung. Ausserdem haben sie das Recht auf unentgeltlichen Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln für das Einrücken und die Entlassung sowie für den Transport zwischen dem Dienst- und dem Wohnort während des Urlaubs sowie auf Unterkunft, sofern sie nicht zu Hause Unterkunft nehmen können. Zudem sind Sie militärversichert. Bei der Berechnung der Wehrpflichtersatzabgabe werden ihnen die geleisteten Diensttage angerechnet (4 % pro geleisteten Diensttag).

Welche Pflichten haben Schutzdienstpflichtige?

Schutzdienstpflichtige haben den dienstlichen Anordnungen Folge zu leisten. Bei einem Aufgebot haben Sie gemäss den Anordnungen der aufbietenden Stelle einzurücken. Gegen Fehlbare wird ein Disziplinarstrafverfahren eröffnet und Anzeige erstattet. Schutzdienstpflichtige können verpflichtet werden, Kaderfunktionen zu übernehmen und die damit verbundenen Dienstleistungen zu erfüllen. Wenn nötig, haben sie auch ausserdienstliche Pflichten zu erfüllen, insbesondere zur Vorbereitung von Ausbildungsdiensten und Einsätzen.

Wie viele Diensttage muss ein Schutzdienstpflichtiger pro Jahr leisten?

Nebst der Grund- und Weiterausbildung können Schutzdienstpflichtige zu rund 28 Tagen pro Jahr für Wiederholungskurse (max. 7 Tage) und für Einsätze zu Gunsten der Gemeinschaft (max. 21 Tage) aufgeboten werden. Die Schutzdienstleistungen dürfen insgesamt 40 Tage pro Jahr nicht überschreiten. Der Einsatz im Ernstfall bei Katastrophen und Notlagen unterliegt keiner zeitlichen Einschränkung.

Wie und wann wird aufgeboten?

Jeweils im Dezember erhält jeder AdZS eine Dienstanzeige (Voraufgebot) mit den im kommenden Jahr zu leistenden und planbaren Diensttagen. Es soll Ihnen und dem Arbeitgeber zur Terminplanung dienen. Informieren Sie Ihren Arbeitgeber unbedingt rechtzeitig darüber. 6 Wochen vor Dienstbeginn erhalten Sie das definitive Aufgebot.
Im Ernstfall gilt auch das mündliche Aufgebot (z.B. mittels Telefonanruf oder SMS). Dabei müssen Schutzdienstpflichtige der Einsatzformationen innert 1 (Führung und Führungsunterstützung) bis 3 Stunden (Unterstützung, Betreuer, Logistik und KGS) einrücken.

Kann ein Dienstanlass verschoben werden?

Es besteht kein Anrecht auf Dienstverschiebung. Dienstverschiebungsgesuche müssen schriftlich mittels ausgefülltem Onlineformular und den entsprechenden Belegen so früh wie möglich beim Zivilschutzkommando eingereicht werden. Nach Erhalt des definitiven Aufgebots ist eine Dienstverschiebung selten möglich. Über Dienstverschiebungsgesuche entscheidet das Kommando. Solange kein Entscheid gefällt wurde, besteht die Einrückungspflicht weiter. 10 Tage vor dem Einrücken ist eine Dienstverschiebung nicht mehr möglich; ausgenommen sind krankheitsbedingte Gründe, welche Sie mittels einem Arztzeugnis belegen müssen.

Kann ich Urlaub beantragen?

Schutzdienstpflichtige können bei der aufbietenden Stelle spätestens zehn Tage vor dem Einrücken ein schriftliches Gesuch um Urlaub einreichen. Das Gesuch ist zu begründen. Ein Anspruch auf Urlaub besteht nicht. Die aufbietende Stelle entscheidet über das Gesuch. Über schriftliche Gesuche, die während des Dienstes eingereicht werden, entscheidet der Leiter des Dienstanlasses.

Was muss ich tun, wen ich einrücken muss und krank bin oder einen Unfall erlitten habe?

Bitte informieren Sie uns so früh wie möglich. Sie müssen uns in jedem Fall ein ärztliches Zeugnis zustellen. Dieses muss mit Datum des Einrückungstages – oder früher datiert sein. Auf dem ärztlichen Zeugnis muss die Dauer der voraussichtlichen Arbeitsunfähigkeit ersichtlich sein.

Ich möchte Ferien buchen – sehe aber auf meiner Dienstanzeige, dass ich zu diesem Zeitpunkt in den Zivilschutz einrücken muss. Was muss ich tun?

Nehmen Sie mit uns umgehend Kontakt auf. Je früher Sie das tun, je grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir Ihnen entgegenkommen können. Ist das definitive Aufgebot verschickt, haben wir keine Möglichkeit mehr einen Ersatz zu finden. Also buchen Sie keine Ferien, bevor Sie von uns die Dienstverschiebung bestätigt haben.

Was muss bei einem Wohnsitzwechsel getan werden?

Bei einem Umzug müssen Sie die Adressänderung der Einwohnerkontrolle melden. Sind Sie jünger als 30-jährig, müssen Sie die Änderung zusätzlich dem Sektionschef melden. Verlassen Sie unsere Region, müssen Sie zusätzlich zu diesen Meldungen die gefasste Uniform in gereinigtem Zustand auf der Zivilschutzstelle abgegeben oder uns zuschicken.

Wo erhalte ich weitere Informationen?

Wir sind während den Bürozeiten unter der Telefonnummer 033 826 51 81 oder über unsere E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar und stehen Ihnen für Fragen gerne zur Verfügung.

Kontakt

Zivilschutzorganisation JUNGFRAU
General-Guisan-Strasse 43
3800 Interlaken
Telefon 033 826 51 81
Telefax 033 826 51 00
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Bei Abwesenheit unserer Mitarbeitenden melden Sie sich bitte beim Infoschalter der Gemeindeverwaltung Interlaken (Gebäude nebenan).